Dienstag, 6. Dezember 2016

Die Angst vor einer Finanzkrise „made in Italy“


Italiens Banken sind vollgesogen mit italienischen Staatsschulden, warnen Experten. Läuft das Referendum schief, könnte sich das fatal rächen. Doch die Institute haben noch einen Trumpf: Mario Draghi.

Kurz vor dem Verfassungsreferendum in Italien warnen Ökonomen vor den Folgen eines negativen Votums für die Konjunktur und Finanzmärkte. „Die fortwährenden Probleme im Bankensektor, das nur moderate Wirtschaftswachstum und die Verwundbarkeit der Staatsfinanzen ergeben zusammen mit der politischen Unsicherheit eine gefährliche Mischung“, sagte der frühere Chefökonom im italienischen Finanzministerium, Lorenzo Codogno, der „Welt am Sonntag“.

Das liegt auch an den traditionell engen Verbindungen zwischen Banken, Wirtschaft und dem Staat in Italien. In keinem anderen Land Europas ist der Anteil der bankfinanzierten Firmenkredite so hoch wie in Italien. Gleichzeitig haben die Geldhäuser inzwischen faule Kredite im Volumen von 360 Milliarden Euro aufgetürmt. Das entspricht einem Fünftel der italienischen Wirtschaftsleistung. Doch das Geflecht droht zu zerreißen:

„Banken werden demnächst nur noch eingeschränkt Staatsanleihen kaufen können, wenn die neuen Eigenkapitalregeln umgesetzt werden“, sagte Bernd Ondruch, Manager der Hedgefonds-Gesellschaft Astellon der „Welt am Sonntag“. Die Institute hätten sich geradezu vollgesogen mit italienischen Staatsschulden. Ondruch schätzt, dass Papiere im Volumen von bis zu 300 Milliarden Euro verkauft werden müssen.

 

Ein Finanzkollaps ist nicht zwangsläufig


Textquelle und kompletter Artikel ->  https://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article159949061/Die-Angst-vor-einer-Finanzkrise-made-in-Italy.html



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