Freitag, 19. Juni 2015

Staatsschulden-Krise: Pleitewelle wird sich bis Ende 2017 dramatisch beschleunigen



Ein altes Sprichwort besagt: „Hüte dich vor Griechen mit Geschenken.“ Das bezieht sich auf die Geschichte mit dem Trojanischen Pferd. Und in Osteuropa gab es lange die Redensart „Pleite wie Griechenland“, was auf die Staatspleiten des Byzantinischen Reichs und die Zeit danach zurückgeht.
Die zwei Serien-Pleitiers in Europa sind Frankreich und Spanien. Die spanischen Staatspleiten, die das Land in einen Serien-Pleitier verwandelten, begannen 1557. Danach kam es 1570, 1575, 1596, 1607 und 1647 zu Staatspleiten. Spanien endete letztlich mit dem Status eines Dritte-Welt-Landes.
Griechenland hält den Rekord für den längsten Zeitraum, wo der Staat bankrott war: Ungefähr 50% der gesamten modernen Geschichte war Griechenland zahlungsunfähig. Portugal hatte Mitte des 16. Jahrhunderts ebenfalls die Zahlungsunfähigkeit ausgerufen. Andere europäische Staaten folgten im 17. Jahrhundert. Hierzu gehört auch Preußen im Jahr 1683, aber Frankreich und Spanien blieben die führenden Pleitiers mit 8 bzw. 6 Staatspleiten.

Seit der griechischen Unabhängigkeit im Jahr 1829 ist Griechenland rund die Hälfte der Zeit im Hinblick auf seine Staatsschulden zahlungsunfähig gewesen.
Warum die Menschen überhaupt Staatsschulden kaufen, ist unerklärlich. Die Rechtsanwälte bemächtigen sich des Staats und verabschieden Gesetze, mit denen Staatsschulden „Qualitätsstatus“ verliehen wird, obwohl diese Papiere in Wahrheit nicht besichert sind und typischerweise immer zur vollumfänglichen Vernichtung der Kapitalformation führen. Und wenn die Wirtschaft mit hineingezogen wird, so wie es im alten Rom der Fall war, kommt gewöhnlich ein Dunkles Zeitalter dabei heraus.

Griechenland ist der aktuelle Versager. Das Land hat in moderner Zeit mindestens 5 Mal die Zahlungsunfähigkeit auf vom Ausland gehaltene Staatsschulden erklärt – 1826, 1843, 1860, 1894 und 1932. Die erste Episode fand zu Beginn des griechischen Unabhängigkeitskriegs statt. Die letzte Staatspleite erfolgte während der Großen Depression Anfang der 1930er Jahre. Zusammengenommen war Griechenland in moderner Zeit 90 Jahre lang zahlungsunfähig oder 50% des gesamten Zeitraums, seitdem das Land unabhängig ist. Das ist Grund, warum die Griechen dazu neigen, Steuerhinterziehung als Volkssport zu erachten, da sie sich aus Erfahrung im Klaren darüber sind, dass man dem Staat nicht trauen kann.

Und obwohl Viele das Niveau an Staatspleiten in Griechenland als extrem erachten, ist das Land damit weltweit noch nicht einmal ansatzweise an der Spitze. Venezuela und Ecuador führen die moderne Zeit mit jeweils 10 Staatspleiten an – beide Länder teilen sich die Ehre, die größten Serien-Pleitiers der Neuzeit zu sein. Trotzdem gilt Dummheit unter den Anleihehaltern als Tugend, da sie immer wieder zum Staat zurückkehren und nach noch mehr Anleihen verlangen.

Textquelle und kompletter Artikel ->  http://www.propagandafront.de/1253990/staatsschulden-krise-pleitewelle-wird-sich-bis-ende-2017-dramatisch-beschleunigen.html

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