Sonntag, 3. Mai 2015

Szenarien für den Fall der Zuspitzung der Euro-Krise - Planspiele für den Franken-Notfall


Für den Fall, dass der Druck auf den Franken weiter zunehmen sollte, sind Notmassnahmen in Diskussion. Laut einer der Ideen soll ein Sonder-Wechselkurs für Bargeld höhere Negativzinsen ermöglichen.

Man hofft auf das Beste und bereitet sich für das Schlimmste vor. Dieses Motto gilt auch für die Geldpolitik der Nationalbank. Manche mögen darauf setzen, dass sich die Wechselkurslage allmählich «normalisiert» oder zumindest nicht mehr verschlechtert, doch eine weitere Zuspitzung dürfte eine mehr als nur marginale Wahrscheinlichkeit haben. Die Vorbereitung auf solche Szenarien mit der Diskussion von Notmassnahmen aus dem «Giftschrank» gehört denn auch zu den Hausaufgaben einer Notenbank. Ein Papier des Finanzdepartements und des Wirtschaftsdepartements hatte unlängst gängige Stichworte erwähnt: eine Verstärkung der Politik der Negativzinsen, die Erwägung eines neuen Mindestkurses (sofern die Glaubwürdigkeit da wäre) sowie «einschneidende Kapitalverkehrsmassnahmen» als Ultima Ratio.

Ein Gift mit bösen Folgen

Wie es sich für Massnahmen aus dem Giftschrank gehört, wäre bei allen diesen Mitteln mit gröberen Problemen zu rechnen. Ein neuer Mindestkurs, der «beissen» soll (der also nicht bei 80 Rp. pro Euro läge, sondern zum Beispiel bei 1 Fr. oder Fr. 1.10), wäre wohl angesichts der Aufgabe der früheren Kursgrenze wenig glaubwürdig und müsste mit heftigen Marktattacken rechnen. Bei Einschränkungen des Kapitalverkehrs gibt es ebenfalls erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit, doch als kurzfristige Notmassnahme, zum Beispiel zur Stützung eines neuen Mindestkurses, mögen sie infrage kommen.

Textquelle und kompletter Artikel -> http://www.nzz.ch/wirtschaft/planspiele-fuer-den-franken-notfall-1.18533752

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