Sonntag, 26. April 2015

Starker Franken und die Folgen - Leiden auf Schweizer Niveau


Der starke Franken treibt seltsame Blüten: Ein Pfarrer schmuggelt Fleisch über die Grenze. Deutsche Immobilien sind bei Schweizern auf einmal heiß begehrt. Und die Schweizer Nationalbank muss Strafzinsen einführen. 

Zürich. Er ist nicht der bekannteste, aber wohl längst der begehrteste Schweizer: Jacob Burckhardt. Das Konterfei des Basler Kulturhistorikers (1818-1897) ist auf der Eintausend-Franken-Note abgebildet - dem weltweit wertvollsten Geldschein, der heute noch gedruckt wird (derzeit 960 Euro). Seit Monaten übersteigt die Nachfrage nach „Burckhardts“ bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) alle Erwartungen. Eine wichtige Ursache dafür ist die anhaltende Schwäche der europäischen Gemeinschaftswährung.

Seit die SNB am 15. Januar die Bindung des Franken an den Euro über einen Mindestkurs aufhob, ist der Kurs der Schweizer Währung - sie gilt vielen als sicherer Hafen in Krisenzeiten - um fast 20 Prozent beinahe auf 1:1 zum Euro angestiegen. Den Mindestkurs durch massive Euro-Aufkäufe in mehrfacher Millionenhöhe zu verteidigen, sei nicht mehr durchzuhalten, erklärte die SNB.

Um den Höhenflug der Eidgenossen-Währung nach Aufgabe des Mindestkurses von 1,20 zu bremsen, ordnete die SNB Strafzinsen von 0,75 Prozent für große Franken-Einlagen an. Da bieten die praktischen Tausender ein wenig Erleichterung: Gebündelt kann man so Millionen Franken in Bankschließfächern bunkern. Laut Recherchen der Schweizer „Sonntags-Zeitung“ fallen für Transport, Tresormiete und Versicherung Kosten von 0,5 Prozent an - weniger als die Negativzinsen der SNB. So ließen sich „pro 10 Millionen rund 25 000 Franken sparen“. Selbst Pensionsfonds würden dies nutzen.

Textquelle und kompletter Artikel ->  http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/starker-franken-und-die-folgen-leiden-auf-schweizer-niveau/11683568.html

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