Mittwoch, 20. August 2014

Die nächste Bombe: Sparer müssen mit permanentem Solidaritäts-Zuschlag für die Finanzkrise rechnen


Ein brisantes Wirtschafts-Konzept, das dem Westen jahrelanges Dümpelwachstum und schwache Arbeitsmärkte vorhersagt, registriert überraschend starken Zulauf. Es ist die These von der »säkularen Stagnation«. Der ehemalige US-Finanzminister Larry Summers hat sie erstmals nach der Großen Depression wieder aufs Tablett gehievt. Die Prognose schwört Europa und die USA auf jahrelanges, wenn nicht permanentes wirtschaftliches Siechtum ein, mit Depression an den Arbeitsmärkten und wirkungsloser Geldpolitik. In diesem Szenario würden nur noch dauerhafte, gigantische Stimulus-Programme der Regierungen helfen.

Doch die haben dafür weder das Geld, noch die Durchsetzungskraft. In weiten Teilen Europas herrscht Austerität. Die Maastricht-Bestimmungen und das aktuelle Spardiktat in der Euro-Zone lassen eine solch radikale Kehrtwende derzeit nicht zu. Damit bleiben zwei verheerende Optionen, die beide in ein Desaster führen würden: Entweder wirft Europa seine Austerität in den Mülleimer der Geschichte, heizt mit massivem Dauer-Stimulus die Wirtschaft an und riskiert eskalierende Schulden, um eine ungewisse Wette auf eine stetige konjunkturelle Erholung einzugehen. Geht die Wette nicht auf, kommt das Ende mit Schrecken in einem alles verschlingenden weiteren Finanz-GAU.

Oder, die zweite Möglichkeit: Die Austerität wird fortgeführt, das Wachstum bleibt aus, eine vernichtende Abwärts-Spirale bei den Preisen dezimiert Investitionen, zerstört Jobs und würgt die zerbrechliche Konjunktur vollends ab. Angstsparen würde regieren, die Arbeitsmärkte könnten in Weimarer Zustände verfallen und die Notenbanken würden ihre Repression mit zerstörerischen Minizinsen eskalieren.

Wie das genau aussehen würde, beschreibt ein brisantes Papier, das die Ökonomen Gauti Eggertsson von der Brown University in Providence und Neil Mehrotra von der Columbia University im Juli publizierten. Das Papier liest sich wie ein Sprengsatz für die EU. Die zentrale These der beiden Autoren:
»Ein permanenter wirtschaftlicher Einbruch ist möglich, ohne Chance für den Arbeitsmarkt auf eine Erholung.«
Der Abbau extremer Schulden führt in diesem Szenario zu hohen Barbeständen und Ersparnissen, die permanent negative Zinsen nach sich ziehen. Stimmt diese These von der säkularen Stagnation, dann droht den Menschen eine Verschärfung von der derzeitigen Teil-Enteignung durch Minizinsen hin zu einer neuen Eskalationsstufe mit negativen Strafzinsen. Diese würden wirken wie eine permanente Solidaritäts-Abgabe für die Finanzkrise, die wir nie abgeschüttelt haben. Den Rest kann man sich denken: Unruhen, Repression, Bürgerkrieg, ökonomisches Mittelalter................

Weiterlesen bitte bei der originalen Textquelle -> http://info.kopp-verlag.de

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