Dienstag, 29. Oktober 2013

Immer mehr Menschen arbeiten in zwei Jobs

Die Zahl der "Multi-Jobber", die zusätzlich einen Minijob machen, hat sich in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Im Saarland hatten im vergangenen Jahr mehr als 28.000 Menschen zusätzlich einen Minijob.

(11.04.2013) Die Zahl der „Multi-Jobber“, die zusätzlich einen Minijob machen, hat sich in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Dies trifft ebenso auf die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland zu, wie das Eduard-Pestel-Institut für Systemforschung in Hannover am Mittwoch mitteilte. Nach der im Auftrag der Gewerkschaften ver.di und Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erstellten Studie anhand von Daten der Bundesagentur für Arbeit hatten im vergangenen Jahr im Saarland mehr als 28.000 Menschen einen Minijob zusätzlich als Nebenjob. In Rheinland-Pfalz waren es 136.000 und in Hessen knapp 203.000 Menschen.

Der Anteil der „Multi-Jobber“ an der Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten hat sich in den drei Bundesländern von drei bis knapp vier Prozent im Jahr 2003 auf sieben bis mehr als acht Prozent im Jahr 2012 mehr als verdoppelt. Am stärksten war dieser Trend in Hessen in der Stadt Fulda, in der die Zahl der „Multi-Jobber“ in den vergangenen zehn Jahren um fast das Eineinhalbfache (143 Prozent) stieg. In Rheinland-Pfalz waren der Kreis Südwestpfalz mit einer Steigerung um 166 Prozent und die Stadt Landau mit 162 Prozent führend. Bundesweit hatten 2012 knapp 2,6 Millionen Menschen einen Minijob als Nebenjob.

 

 

Einkommen im Hauptberuf reicht nicht aus

Immer mehr Menschen kämen mit dem Geld, das sie im Hauptberuf verdienten, nicht mehr aus, sagte der Studienleiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Stagnierenden Einkommen stünden stark steigende Energie- und andere Preise gegenüber. Außerdem sei trotz einer deutlichen Zunahme der Erwerbstätigen in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland das Arbeitsvolumen nicht gestiegen. Zugenommen habe die Zahl der Teilzeitbeschäftigten und Minijobs. Faktisch habe es eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich gegeben.

(Textquelle:  http://www.sr-online.de/sronline/nachrichten/politik_wirtschaft/multijobber_saarland100.html )

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